Allforred: Interview zum Wohnen im Alter

Veröffentlicht am 22.02.2019 in Ortsverein

Im Rahmen unserer Stadtteilzeitung „Parkzeitung“ hatten wir Sieghard Lückehe, Geschäftsführer der Stäwog Bremerhaven im Interview. Für unsere OnlineleserInnen anbei das Interview in voller Länge. Wir bleiben am Ball!

- Sehr geehrter Herr Lückehe, was muss eine Wohnung insbesondere bieten, um altersgerechtes Wohnen zu gewährleisten?

Wenn es um altersgerechtes Wohnen geht, ist die barrierefreie Zugänglichkeit der Wohnung der wesentliche Faktor. Das ist bei Neubauten immer umsetzbar, im Wohnungsbestand sind dazu allerdings umfangreiche Nachrüstungen oder Umbauten notwendig. Wir haben einige Beispiele, wo das sehr gut geklappt hat (Schillerstraße 129-135, Neue Landstraße/an der Pauluskirche, Wittekind-Düppelstraße, Goethestraße 43, Schleusenstraße 33 und Bürger 218, das Spiralenhaus an der Ringstraße, etc.). Es gibt aber auch eine Vielzahl an Wohnbauten, die eine barrierefrei Zugänglichkeit (außer der Erdgeschoßlagen) nicht möglich machen. Hier kann in der Wohnung selbst einiges getan werden, um ein möglichst langes Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Das können individuelle Nachrüstungen im Badezimmer sein, der Ausbau von Schwellen, das Verbreitern von Türen oder auch Verbesserungen in der digitale Ausstattung der Wohnung. Hier haben wir schon 2012 ein Forschungsprojekt mit der Universität Bremen und Oldenburg durchgeführt („länger selbstbestimmt wohnen“), das uns in einem bewohnten Haus Aufschlüsse über die Möglichkeiten sinnvoller digitaler Unterstützung gegeben hat.   

     
- Muss nicht auch über neue Wohnformen nachgedacht werden?

Unbestritten ja. Neue Wohnformen sind notwendig und werden auch immer gefragter. Die Menschen wollen in einer Hausgemeinschaft leben, die auf der einen Seite eine eigene persönliche Wohnung bietet, auf der anderen Seite aber auch Gemeinschaftsräume, die von einer funktionierenden Hausgemeinschaft genutzt werden. Man will füreinander da sein und damit die schwächer werdenden familiären Strukturen ausgleichen.


- Wie groß ist das Interesse an altersgerechtem Wohnen? (Oder ziehen die Menschen lieber um?)

Das Interesse ist groß und wird mit dem Demografischen Wandel und den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er-Jahre in der nahen Zukunft noch wesentlich steigen. Wir machen die Erfahrung, dass der Wunsch in der gewohnten Umgebung zu verbleiben bei vielen Überlegungen dominiert. Dafür werden auch, soweit möglich, Kompromisse eingegangen.


- Was muss der Bremerhavener Norden bieten, um auch für Ältere attraktiv zu sein?

Kurze Wege für die täglichen Alltagsgeschäfte und eine gute Infrastruktur.


- Und zum Schluss - haben Sie einen Tipp für Eigentümer, was denn Umbau ihrer Wohnungen angeht?

Wir haben im Einfamilienhausbereich keine Erfahrungen. Wir nehmen aber wahr, dass viele Einfamilienhausbesitzer darüber nachdenken ihr Haus im Alter zuverkaufen, wenn ihnen in ihrem Quartier die Möglichkeit gegeben wird, eine adäquate altersgerechte Wohnung zu mieten (bzw. zu kaufen).  

 

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