Awiszus/Hoffmann gegen FDP-Vorschlag zur Stäwog

Veröffentlicht am 27.03.2018 in Aktuelle Meldung

„Die beiden großen in Bremerhaven tätigen Wohnungsgesellschaften Stäwog und Gewoba verkaufen bereits Wohnungen aus ihrem Bestand an Mieter und auch an andere Interessenten in nach dem Wohnungseigentumsgesetz aufgeteilten Gebäuden. Die Nachfrage nach solchen Modellen ist allerdings nach meinen Informationen überschaubar“, kommentiert Swen Awiszus, Vorstandsmitglied des SPD Unterbezirks Bremerhaven, den aktuellen Vorstoß der FDP. Die Liberalen hatten gefordert, die Städtische Wohnungsgesellschaft (Stäwog) solle Wohnungen an Mieter verkaufen, um die Eigentumsquote zu steigern, Altersvorsorge zu ermöglichen und Altersarmut zu verhindern.

Stadtrat Jörn Hoffmann, über lange Jahre Vorsitzender des Stäwog-Aufsichtsrates: „Wer sich in der Materie auskennt, weiß, dass die Menschen gerade im Alter kein Eigentum mehr suchen, sondern Sicherheit mit einem guten und verlässlichen Vermieter und Mietverträgen auf Lebenszeit. Bei der Stäwog gibt es in Kenntnis dessen in der Regel keine „ordentlichen Kündigungen“. Der Wunsch vieler sei, so der SPD-Politiker, auf einen funktionierenden Mieterservice zurückgreifen zu können, anstelle mit für den Einzelnen nur schwer kalkulierbaren Lasten aus dem Wohnungseigentum konfrontiert zu sein. 

„Der zunehmenden Altersarmut werden wir nur mit gut saniertem, effektiv geschnittenem, kleinflächigem und möglichst barrierefreiem Wohnraum begegnen. Dazu müssen die Wohnungen energetisch so gut aufgestellt sein, dass auch die Betriebskosten auf Dauer bezahlbar bleiben“, so Awiszus. Dies sei für Eigentümergemeinschaften oft eine schwer leistbare Herausforderung, da Umbau und Sanierung zu nicht tragbaren Aufwendungen führten. „Wenn die Stäwog beispielsweise saniert und dann verkauft, werden die Kosten für solche Modelle zu hoch sein, es kaufen dann nur Investoren“, ist sich Hoffmann sicher. Auch der zunehmende Wunsch nach alternativen Wohnformen, nach Hausgemeinschaften und Projekten wie ,,Länger selbst bestimmt wohnen“ sei mit Eigentümergemein-schaften schwieriger durchzuführen, da die Nachfolgebesetzung von Wohnungen in der Regel über Erbschaft und nicht über passende Mitbewohner geregelt werde: „Mit solchen Modellen können wir also keine Antworten auf die notwendigen großen Aufgabenstellungen der Wohnungswirtschaft geben, eine vielschichtige Erwiderung auf den demografischen Wandel und eine nachhaltige Reaktion auf den Klimawandel“, so Awiszus. 

 

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